Der Sommer kommt – Wie Sie ihr Motorrad auf Vordermann bringen

Motorrad für den Sommer fit machen
Motorrad für den Sommer fit machen – Bild: © Depositphotos.com/benq44444 (Larisa Chirok)
Sobald sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zeigen, beginnt das Herz eines jeden Motorradfahrers stärker zu schlagen. Die neue Saison steht vor der Tür und der ersten Fahrt des Jahres wird ungeduldig entgegengefiebert. Bevor es jedoch auf die Straße geht, muss das Motorrad zunächst für den Sommer präpariert werden. Doch welche Maßnahmen gilt es zu ergreifen und worauf sollten Sie dabei in jedem Fall achten?

Übrigens: Um sich die Arbeit zu erleichtern sind Motorradheber empfehlenswert.

Reinigung als erste Inspektion

Nach den langen Wintermonaten haben die meisten Motorräder jede Menge Staub und Dreck angesetzt. Folglich ist eine ausgiebige Reinigung meist der erste Schritt. Dabei können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Während Sie das Motorrad gründlich von Staub und Schmutz befreien, hilft ein prüfendes Auge dabei, lockere Schrauben oder austretende Flüssigkeiten festzustellen. Bei dieser Gelegenheit können auch Fuß- sowie Handhebel überprüft und bei Bedarf eingestellt und geschmiert werden.

Wenn Sie schon dabei sind, das Motorrad gründlich vom Schmutz des Winters zu befreien, sollten Sie keinesfalls die Kette vergessen und diese bei der Gelegenheit gleich überprüfen. Achten Sie insbesondere auf Verschleißspuren, die meist in Form von sogenannten Haifischzähnen an den Kettenrädern zu erkennen sind. Reinigen, fetten und justieren Sie anschließend die Kette. Um den Durchhang der Kette zu überprüfen, ist eine zweite Person von Vorteil. Während sich eine Person in den Sattel setzt und das Motorrad einfedert, achtet die zweite Person auf den Kettendurchhang. Dieser sollte keinesfalls spannen, da sonst eine unnötige Belastung entsteht.

Ohne Batterie geht nichts

Eine leere Batterie ist eines der häufigsten Probleme, vor dem viele Motorradfahrer am ersten Tag der neuen Saison stehen. Der Grund dafür ist simpel: Über den Winter hat sich die Batterie schlichtweg entladen. Bevor die erste Fahrt des Jahres ansteht, sollte sie daher rechtzeitig überprüft werden. Um ausreichend Startstrom liefern zu können, ist es wichtig, dass Sie die Batterie bereits am Vorabend an das Ladegerät anschließen. Bei Batterien, die darüber hinaus nicht wartungsfrei sind, empfiehlt sich zusätzlich eine Kontrolle des Flüssigkeitsstands. Nachdem die Batterie wieder angeschlossen ist, gilt es abschließend die Funktionalität der Elektronik zu überprüfen. Blinker, sämtliche Lichter sowie Hupe und Killschalter sollten hierbei getestet werden.

Reifen checken

Um die Sicherheit auch während der neuen Saison zu gewährleisten, ist ein ausführlicher Check der Reifen unumgänglich. Dabei gilt es, unterschiedliche Faktoren zu begutachten. Gehen Sie zunächst sicher, dass die Reifen noch mindestens 1,6 Millimeter Restprofil aufweisen. Darüber hinaus lohnt sich ein genauer Blick auf die Karkassen. Weisen diese nach dem Winter Risse auf, so ist der Kauf neuer Reifen wie etwa den neuen Michelin Pilot Road 5 (Kollektion zur Auswahl ) ratsam. Diese weisen viele verbesserte Eigenschaften auf und garantieren sicheres Fahren auf der Straße. Vor der ersten Fahrt sollten Sie ebenfalls eine gründliche Reinigung der Reifen vornehmen. Durch das Einlagern über Winter kann es zur Bildung eines Schmierfilms kommen. Ein weiteres Problem, das Reifen nach der Winterpause aufweisen können, sind Standplatten. Um diesen zu verhindern, können Sie den Reifendruck vor dem Einlagern um 0,5 bis ein bar erhöhen. Fällt Ihnen nach der Winterpause ein Standplatten auf, so müssen betroffene Reifen in jedem Fall ausgetauscht werden.

Sicherheit geht vor – überprüfen Sie die Bremsen

Noch vor der ersten Fahrt ist es essenziell, dass Sie die Bremsen auf ihren vollen Funktionsumfang testen. Schieben Sie hierfür das Motorrad vorwärts, ziehen Sie anschließend am Bremshebel und treten Sie das Pedal. Entscheidend ist, dass die Reaktion der Bremsen unverzüglich einsetzt und das Schieben deutlich erschwert wird. Anhand des Widerstands erkennen Sie, ob die Bremsen tatsächlich greifen. Auch gilt es darauf zu achten, dass sich die Bremskolben anschließend wieder lösen. Weiterhin ist ein optischer Check der Bremsen zu empfehlen. Schauen Sie nach, ob die Bremsbeläge noch dick genug sind und entfernen Sie möglichen Bremsstaub an Scheibe sowie Zange. Hierfür eignet sich spezieller Bremsenreiniger. Zu guter Letzt sollten Sie die Bremsleitungen sowie die damit verbundenen Bremszylinder und Zangen überprüfen. Sind poröse oder gar undichte Stellen zu sehen, müssen die Bremsleitungen erneuert werden.

Motoröl kontrollieren und wechseln

Nicht selten wird das Motorrad nach der Saison einfach abgestellt und abgedeckt. Dabei vergessen viele häufig, das Motoröl zu wechseln. Im nächsten Jahr führt dies meist dazu, dass das Öl inklusive Filter gewechselt werden sollte. Sofern ein Wechsel von Nöten ist, lohnt sich ein Blick in das Handbuch. Dort finden Sie die Angaben zur benötigten Öl-Viskosität sowie der empfohlenen Füllmenge. Die maximale Füllmenge sollte beim Wechsel keinesfalls überschritten werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Öl aufschäumt und seine Schmiereigenschaften verliert. Ein Ölwechsel ist in den meisten Fällen zu empfehlen, da Motorschäden aufgrund von Ölmangel nicht nur ärgerlich, sondern auch sehr kostspielig sind.

Bekleidung überprüfen

Ist das Motorrad hinreichend überprüft und wurden eventuell nötige Maßnahmen oder Reparaturen durchgeführt, so steht der ersten Fahrt eigentlich nichts mehr im Weg. Kurz vor dem Trip stellen viele Fahrer dann jedoch fest, dass die Motorradkleidung nicht mehr den Ansprüchen genügt. Da der Komfort beim Fahren eine wichtige Rolle spielt, sollte auch die Kleidung aus diesem Grund einer kleinen Inspektion unterzogen werden. Schauen Sie sich die einzelnen Kleidungsstücke nach und nach an und achten Sie auf eventuelle Schäden. Ist das Leder nicht mehr geschmeidig, so kann eine neue Schicht Lederfett nicht schaden. Darüber hinaus lohnt es sich auch, die Lederkombi auf ihre Wasserdichte zu testen. Ist die Wasserdichte nicht mehr gegeben, so ist der Griff zum Imprägniermittel unumgänglich, da die Motorradbekleidung wichtigen Schutz vor äußeren Einflüssen bietet. Zu guter Letzt steht die Kontrolle des Helmes an. Grundsätzlich sollte das Futter entnommen und vor der Saison ein Mal gründlich gereinigt werden. Auch sollten Sie prüfen, ob sich das Visier noch problemlos öffnen und schließen lässt.

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