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27. April 2014
Reifenwechsel
Radwechsel › Reifenwechsel leicht gemacht
20. Dezember 2015
Motorrad

Motorrad - Bild: © Depositphotos.com/digitalstorm (Scott Betts)

Natürlich ist ein Reifenwechsel in einer Werkstatt bequemer, doch was tun, wenn man mitten im Nirvana einen platten Reifen hat? Da hilft nur eines, nämlich selbst Hand anlegen. Man sollte dazu aber Flicken/Schlauch, das erforderliche Werkzeug sowie einige Hilfsmittel dabei haben.

Es wird zwischen zwei Reifentypen unterschieden:

  • ohne Schlauch (TL = Tubeless)
  • mit Schlauch (TT = Tube Type)


Es mag zwar nur wenig Werkzeug notwendig sein, doch es sollte qualitativ gut sein. Ansonsten besteht Verletzungsgefahr oder Beschädigung des Motorrads!

Benötigt wird an Werkzeug:

  • zwei Felgenschoner
  • zwei Reifenmontiereisen
  • Messingbürste
  • Montagepaste oder alternativ Spülmittel
  • Ventilausdreher
  • einige Gabel- sowie Ringschlüssel
  • Luftpumpe
  • Luftdruckmesser
  • Lappen
  • (für einen schlauchlosen Reifen zwei Druckluftpatronen, diese Reifenart benötigt genügend Druck, um wieder fest am Felgenhorn angebracht zu werden)
Tipp: Gummi wird durch Wärme geschmeidiger und weicher, also den Reifen bei Bedarf vor dem Montieren mit einem Fön oder unter der Sonne anwärmen.

Nun geht’s an die eigentliche Arbeit. Zuerst wird das Rad ausgebaut und die Distanzbuchsen, die eventuell in der Radnabe stecken. Die Rotationsrichtung sollte unbedingt an der Felge markiert werden. Neue Reifen haben an der Flanke einen Richtungspfeil, dieser muss mit der Drehrichtung übereinstimmen. Das Rad wird nun flach auf den Boden gelegt. Beim Hinterrad unbedingt darauf achten, dass dies auf der Seite des Antriebs geschieht, sonst kann die Bremsscheibe beschädigt werden! Nun wird die Ventilmutter gelöst, dann die Ventilkappe abgenommen und danach der Ventileinsatz mit dem Ausdreher herausgedreht. Falls Reifenhalter vorhanden sind, auch diese lösen. Nur so kann der Reifen vom Felgenhorn gelöst werden.
Nun wird der Reifen vom Rand der Felge gedrückt, hierzu ist ein geeigneter Hebel nötig. Das kann der Motorradstiefel sein oder einfach ein Montiereisen. Das Rad wird umgedreht und das Ganze nochmals wiederholt.

Nun kommen die Felgenschoner zum Einsatz. Sie werden je ca. 20 cm links und rechts vom Ventil aufs Felgenhorn gesetzt. Nun wird das Montiereisen unter dem losgetretenen Reifenstück angesetzt und langsam über das Felgenhorn gehebelt. Beim zweiten Reifenrand erfolgt das gleiche Procedere.
Nachdem die Radkomponenten voneinander getrennt wurden, sollten sie alle gründlich kontrolliert werden. Ist irgendwo an der Felge Rost? Ist das Felgenband noch in Ordnung? Wenn man kein neues Felgenband zur Hand hat, reicht zur Not auch Isolierband am Tiefenbett.
Die Montage des neuen Reifens erfolgt in genau umgekehrter Reihenfolge. Es ist sinnvoll Montagepaste zumindest an den Wülsten zu verwenden. So kann der Reifen besser über das Felgenhorn gleiten. Der schwierigste Teil hierbei ist das Ventil ins Ventilloch einzufädeln. Sobald dies geschehen ist, muss die Kontermutter aufs Ventilgewinde aufgedreht werden, empfohlen werden zwei bis drei Gewindegänge. Dann wird der Schlauch in die Felge gelegt, dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Falten entstehen. Schlussendlich wird der Wulst langsam aber sicher mit dem Montiereisen über das Felgenhorn gehebelt. Dann den Reifen so lange drehen, bis das Ventilgewinde aus der Felge ragt.

Reifenwechsel lohnt sich für Motorradfahrer, die gerne selbst Hand anlegen und bereit sind, sich das nötige Wissen anzueignen oder bereits darüber verfügen. Für alle anderen ist es sicherer, eine Werkstatt aufzusuchen und den Reifenwechsel dort vornehmen zu lassen.

** Letzte Aktualisierung am 24.07.2017 um 12:45 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API