Sommer- und Winterreifen oder Ganzjahresreifen – Welche Reifen benötigt Ihr Auto?

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Die optimale Bereifung für Ihr Fahrzeug

Haben Sie sich beim Reifenwechsel auch schon gefragt, ob Ganzjahresreifen eine praktische und sparsame Alternative zu Ihren Sommer- und Winterreifen sein könnten? Welche Vor- und Nachteile bringt welche Reifensorte mit sich? Um diese Fragen beantworten zu können und festzustellen, welche Reifen für Ihr Auto sinnvoll sind, lohnt sich ein Blick auf die Eigenschaften der jeweiligen Reifenart, sowie auf die Nutzungsanforderungen Ihres Fahrzeugs. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber.

Sommer- und Winterreifen – Eigenschaften und Unterschiede

Sommer- und Winterreifen oder Ganzjahresreifen - Welche Reifen benötigt Ihr Auto?
Sommer- und Winterreifen oder Ganzjahresreifen – Welche Reifen benötigt Ihr Auto? -Bild: © Depositphotos.com/scanrail (Oleksiy Mark)
Auch wenn die Reifen auf den ersten Blick gleich wirken, so unterscheiden sich Sommerreifen in zwei wesentlichen Eigenschaften von Winterreifen. Diese Unterschiede bestehen im Reifenprofil und in der Zusammensetzung der Gummimischung. Sie sind nicht zu unterschätzen, da sie an die jeweiligen Witterungsverhältnisse des Sommers und des Winters angepasst sind. Nur bei einem Einsatz von Reifen mit dem jeweiligen Bedarf angepassten Eigenschaften können Sie Ihr Fahrzeug optimal im Straßenverkehr vor witterungsbedingten Unfällen schützen. Winterreifen bestehen aus einer weicheren Gummimischung als Sommerreifen. Sie verfügen dank des höheren Kautschukanteils über eine bessere Elastizität. Dadurch haben die Reifen mehr Grip bei Kälte und glatter Fahrbahn. Bei einer Bremsung kommt ihr Fahrzeug außerdem schneller zum Stehen. Die Gummimischung der Sommerreifen ist deutlich härter, damit die Reifen extremen Temperaturen im Sommer standhalten können Die Reifen geben auf dem Asphalt nicht so schnell nach, wodurch ein Rutschen und ein verlängerter Bremsweg verhindert wird. Im Profil der Winterreifen befinden sich viele kleine Profilschnitte. Diese Lamellen verzahnen sich mit Eis und Schnee und rutschen dadurch nicht so schnell. Dieses Profil ist allerdings weniger geeignet, um größere Mengen Wasser zu verdrängen. Das Profil der Sommerreifen schafft dies dank grober Profileinschnitte ohne Lamellen wesentlich besser. Dadurch kann Aquaplaning bei Starkregen in der wärmeren Jahreszeit wesentlich besser verhindert werden.

Sommerreifen im Winter und Winterreifen im Sommer – Ein hohes Sicherheitsrisiko

Dass Sommerreifen im Winter gefährlich sind, ist Ihnen sicher bekannt. Die harten Reifen verlieren bei Kälte die notwendige Bodenhaftung. Daher kann es selbst ohne Eis und Schnee zum Rutschen auf der kalten Fahrbahn kommen. Sie würden sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer stark gefährden, wenn Sie dennoch mit Sommerreifen fahren. Der optimale Zeitpunkt für einen Wechsel auf Winterreifen ist der Oktober. So sind Sie bei Wintereinbruch rechtzeitig vorbereitet. Auch wenn es tagsüber noch recht warm sein sollte, kann es nachts und am frühen Morgen schon zu Frost und Reifbildung kommen. Doch auch das Fahren mit Winterreifen im Sommer ist gefährlich. Auf warmem Asphalt verlängert sich der Bremsweg enorm, weil der Reifen aufgrund der weicheren Gummimischung beim Bremsen nachgibt und dadurch ins Rutschen geraten kann. Außerdem kann ein schwammiges Fahrgefühl entstehen, wenn die Profilblöcke bei sehr hohen Temperaturen beim Abrollen nachgeben. Ein nachgebender Reifen kann den Bremsweg je nach Außentemperatur bei 100 km/h um mehrere Meter verlängern. Der erhöhte Rollwiderstand führt zudem zu einer verstärkten Abnutzung und höherem Kraftstoffverbrauch. Es entsteht also nicht nur ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, wenn Sie die jeweilige Reifenart in der nicht vorgesehenen Jahreszeit nutzen, Sie zahlen auch noch drauf. Die Mühe des Reifenwechsels lohnt sich daher in jedem Fall. Der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen ist meist um die Osterzeit sinnvoll, wenn die Temperaturen steigen.

Ganzjahresreifen – Eine sinnvolle Alternative?

Der Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, scheint auf den ersten Blick eine gute Alternative zu sein. Diese Reifen verfügen über eine Gummimischung, die den Reifen bei kühleren und wärmeren Temperaturen den notwendigen Grip auf dem Asphalt verleiht. Sie benötigen nur noch ein Set Reifen und müssen kein zweites Set lagern. Dadurch sparen Sie zunächst Kosten. Im Frühling und Herbst keinen Reifenwechsel durchführen zu müssen, spart außerdem Zeit und Arbeit oder ebenfalls Kosten für den Wechsel durch einen Fachmann. Doch bei genauerem Hinsehen relativieren sich diese Vorteile schnell. Ganzjahresreifen unterliegen einer sehr viel stärkeren Abnutzung, da sie größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Sie müssen deshalb häufiger gewechselt werden. Diese Reifen sind zwar für einen größeren Temperaturbereich ausgelegt, jedoch nicht für extreme Temperaturen im Kälte- und Wärmebereich. Es ist physikalisch bisher nicht möglich, einen Reifen herzustellen, der bei beiden Extremtemperaturen einen guten Grip auf der Straße garantiert. Das Profil verfügt über eine Mischung aus beiden Eigenschaften, teilweise grob eingeschnitten und teilweise mit Lamellen versehen. Doch bei extremen Wetterbedingungen wirken die Vorteil bringenden Eigenschaften für die jeweils andere Witterungssituation nachteilig in der aktuellen Situation. Wenn Sie in einer Gegend wohnen, in der im Winter häufig mit starkem Schnee und glatten Straßen zu rechnen ist, bieten Ganzjahresreifen nicht genügend Sicherheit. Hier sind Winterreifen dringend zu empfehlen und auch vorgeschrieben. Ganzjahresreifen können verwendet werden, wenn Sie Ihr Fahrzeug in einer Gegend nutzen, in der die Winter überwiegend mild ausfallen, Sie Ihr Auto eher selten nutzten und Sie alternativ auch ein anderes Verkehrsmittel, wie Bus oder Bahn nutzen könnten. Überlegen Sie auch, wohin Sie mit Ihrem Auto fahren werden und ob Sie es eventuell für einen Winterurlaub im Ausland benötigen. Ganzjahresreifen sind nicht in allen Nachbarländern von Deutschland erlaubt. Teilweise besteht eine generelle Winterreifenpflicht. In einigen Ländern wird per Verkehrsschild darauf hingewiesen, wenn auf einer Straße eine Winterreifenpflicht besteht.

Gesetzliche Lage

Seit Dezember 2010 müssen laut Straßenverkehrsordnung alle Verkehrsteilnehmer, die ein Zweirad, einen PKW oder LKW steuern, der Winterreifenpflicht nachkommen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen, die mit kalten Temperaturen, Eis, Schnee und Reifbildung einhergehen, sind Winter- oder Ganzjahresreifen Pflicht. Nichtbeachtung dieser Pflicht führt zu einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg. Die Reifen müssen über eine M+S-Kennzeichnung auf der Reifenseitenwand verfügen. Ab 2018 ergänzt ein Schneeflockensymbol, 3 Peak Mountain Snow Flake (3PMSF), diese Kennzeichnung. Der Gebrauch von Winterreifen im Sommer ist allerdings nicht gesetzlich verboten.
Die Mindestprofiltiefe liegt per Gesetz bei 1,6 mm. Eine Profiltiefe von 4 mm bei Winterreifen und 3 mm bei Sommerreifen ist jedoch sinnvoller, da sich die Fahreigenschaften bei einer darunterliegenden Profiltiefe bereits verschlechtern.

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