Wagenheber – der passende Untergrund für den Einsatz eines Wagenhebers

Sicherer Einsatz eines Wagenhebers: Für jeden Wagenhebertyp der passende Untergrund

Wie gehe ich richtig mit einem Wagenheber um? Mit dieser Frage sollte sich als Fahrzeugbesitzer möglichst frühzeitig einmal etwas intensiver beschäftigen. Ansonsten könnte es Ihnen passieren, dass Sie sich in einer Notsituation beim Reifenwechsel schwer verletzen oder Ihr Fahrzeug beschädigen. Besonders wichtig für den sicheren Einsatz eines Wagenhebers ist es, den passenden Untergrund zu finden.

Passender Untergrund für den Wagenhebereinsatz - Bild: © Depositphotos.com/lightpoet (Viktor Cap)
Passender Untergrund für den Wagenhebereinsatz – Bild: © Depositphotos.com/lightpoet (Viktor Cap)

Rechtzeitig auf den Notfall vorbereiten

Viele Fahrzeugbesitzer, die jährlich Tausende Kilometer mit ihrem Fahrzeug zurücklegen, überlassen Reifenwechsel, notwendige Reparaturen oder Wartungsarbeiten den Profis in der Werkstatt. Trotzdem muss jeder Fahrzeugbesitzer wissen, wie er sich selbst helfen kann, wenn er zum Beispiel wegen einer Reifenpanne mit seinem Auto liegenbleibt. Passiert so ein Malheur in einer entlegenen Gegend, ist Eigeninitiative gefragt. Wollen Sie auf eine solche Notsituation gut vorbereitet sein, sollten Sie den Radwechsel einmal in aller Ruhe üben. Noch besser ist es, wenn Sie sich dabei von einem erfahrenen Hobbyschrauber oder Fachmann anleiten lassen.

Um ein Rad zu wechseln, muss der Wagen etwas angehoben werden. Dazu benötigen Sie einen Wagenheber. Bei den meisten Autoherstellern gehören Wagenheber und das erforderliche Werkzeug zusammen mit dem Reserverad zur Grundausstattung des Neufahrzeugs. Zusätzlich müssen Sie wissen, an welcher Stelle des Fahrzeugs der Wagenheber angesetzt werden muss. Das ist abhängig vom Fahrzeugtyp. In den Fahrzeugunterlagen finden Sie die entsprechenden Hinweise. Zusätzlich sollten Sie sich die Bedienungsanleitung des Wagenhebers gründlich durchlesen. Richten Sie sich unbedingt nach diesen Angaben! Ansonsten riskieren Sie teure Schäden oder setzen Ihre Gesundheit aufs Spiel.

Untergrund für den Wagenheber sorgfältig auswählen – Ihrer Sicherheit zuliebe

Wagenheber benötigen einen ebenen, stabilen Untergrund, um einen sicheren Stand des angehobenen Fahrzeugs zu gewährleisten. Auf einem Parkplatz oder auf dem Seitenstraßen sind diese Voraussetzungen normalerweise gegeben. Ist das Gelände rutschig oder gibt der Untergrund nach, müssen Sie den Standort wechseln. Ist das nicht möglich, müssen Sie sich eine stabile Unterlage suchen, auf der der Wagenheber nicht wegrutschen oder einsinken kann.

Bevor Sie das Fahrzeug anheben, müssen Sie die Handbremse anziehen. Zusätzlich wird der erste Gang eingelegt. Falls Ihr Fahrzeug mit einem Automatik-Getriebe ausgestattet ist, stellen Sie die P-Position ein. Anschließend lösen Sie die Muttern des Rades, das gewechselt werden soll. Erst dann kommt der Wagenheber zum Einsatz.

Hinsichtlich der Handhabung gibt es zwischen den verschiedenen Wagenhebertypen Unterschiede. Darüber hinaus sind die Anforderungen an die Beschaffenheit des Untergrundes bei bestimmten Wagenhebern besonders hoch.

Scherenwagenheber

In der Regel liefern die Fahrzeughersteller ihre Fahrzeuge mit einem Scherenwagenheber aus, der auf die Konstruktion des betreffenden Fahrzeuges abgestimmt ist. Falls Sie die Bedienungsanleitung nicht zur Hand haben, sollten Sie im Bereich des Radhauses nach der Aufnahme für den Wagenheber suchen. Häufig befinden sich diese außen am Schweller im Bereich des Radhauses. Es ist aber ebenfalls möglich, dass sich die Ansetzpunkte, die meist mit einem Pfeil markiert werden, unterhalb des Fahrzeugs befinden. Es ist empfehlenswert den mitgelieferten Wagenheber zu verwenden, da der meist eine formschlüssige Verbindung gewährleistet. Das heißt, die Form von Wagenheber und Aufnahme sind aufeinander abgestimmt und passen wie Schloss und Schlüssel.

Haben Sie die Aufnahme gefunden, wird der Wagenheber mit Hilfe der Kurbel im Uhrzeigersinn so weit hochgedreht, dass er gerade unter das Auto passt und ausgerichtet werden kann. Mit weiteren Kurbeldrehungen sorgen Sie dafür, dass sich der Wagen anhebt. Lässt sich das Rad ohne große Mühe drehen, ist die Höhe ausreichend und Sie können das defekte Rad abnehmen und durch das Reserverad ersetzen. Die Muttern werden nur leicht angezogen. Anschließend kurbeln Sie in entgegengesetzter Richtung, um das Fahrzeug wieder abzusenken. Steht das Fahrzeug sicher und fest, können Sie die Muttern festziehen.

Rangierwagenheber

Mit Hilfe eines Rangierwagenhebers lässt es sich wesentlich komfortabler arbeiten, da Sie die Position des angehobenen Fahrzeug nach Bedarf verändern könne. Ein weiterer Vorteil dieses Wagenhebertyps besteht darin, dass sie im Prinzip zu jedem Fahrzeugtyp passen. Viele Rangierwagenheber sind mit einem gummierten Teller ausgestattet. Auf diese Weise ist eine rutschsichere Verbindung zwischen Wagenheber und Auto gewährleistet. Alternativ ist es möglich. ein stabiles Brett als Unterlage zu verwenden. Auf diese Weise kann der Rangierwagenheber an allen tragenden Fahrzeugteilen angesetzt werden.

Dass Rangierwagenheber fast ausschließlich stationär zum Einsatz kommen, liegt aber auch daran, dass diese Wagenheber schwer und sperrig – und damit als Notfallausrüstung für unterwegs – nicht geeignet sind.

Stempelwagenheber

Falls Sie einen Transporter oder SUV besitzen, könnte die Anschaffung eines Stempelwagenhebers empfehlenswert sein. Diese hydraulisch oder pneumatisch arbeitenden Wagenheber sind in der Lage, auch schwergewichtige Fahrzeuge anzuheben. Bei diesem Wagenhebertyp müssen Sie bei der Suche nach dem passenden Untergrund besonders sorgsam sein. Die Teller von Stempelwagenhebern haben meist eine relativ kleine Fläche. Dadurch ist die Kippgefahr vergleichsweise hoch. Um die Gefahr des Kippens zu mindern, ist es hilfreich ein glattes Brett als Unterlage zu verwenden und die Standfläche auf diese Weise zu vergrößern.

Luftkissenwagenheber

Zu den neueren Erfindungen im Wagenheber-Sortiment zählen die Ballon- oder Luftkissenwagenheber. Dieser Wagengebertyp erfreut sich als Pannenhelfer wachsender Beliebtheit, weil er schnell und kraftsparend einzusetzen ist. Außerdem ist dieser Wagenheber sehr leicht und benötigt wenig Platz zum Verstauen. Ein weiterer Vorteil dieses Wagenhebertyps besteht darin, dass er auch auf weichem Untergrund eingesetzt werden kann. Bevor Sie den unaufgeblasenen Ballon unter dem Fahrzeug platzieren, sollten Sie den Untergrund sorgsam inspizieren. Spitze Steine oder Stöcke konnten die Folie durchstechen. Damit das angehobene Fahrzeug stabil liegt, muss sich der überwiegende Teil des aufgeblasenen Luftkissens unter dem Fahrzeug befinden. Anhand der Nähte können Sie erkennen, wie sich das Kissen ausbreiten wird. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie das Luftkissen nicht vollständig aufblasen, um kein Platzen zu riskieren. Noch sicherer können Sie den Radwechsel erlegen, wenn Sie Sie das angehobene Fahrzeug durch Unterlegen von Holzklötzen unterstützen.

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