Wagenheber oder Wagenheber: Verschiedene Modelle haben Vor- und Nachteile

Wagenheber Vor und Nachteile

Wagenheber Vor und Nachteile - © Depositphotos.com/belchonock (Olga Yastremska)

Wagenheber: Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bauformen

Wagenheber gibt es in ganz unterschiedlichen Formen, Farben und Größen. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich im Gewicht, das sie bewältigen können, ebenso wie in der Technik, die sie bemühen. Die Preisklassen sind genauso verschieden wie die Qualität der Wagenheber. Welcher Wagenheber für Ihre Zwecke der Richtige ist, sollten Sie aber nicht allein aufgrund des Preises entscheiden. Modelle wie der Scherenwagenheber, der hydraulische Stempelwagenheber und der Rangierwagenheber werden hier besprochen.

Ausschlaggebend ist das, was man damit tut

Ob der Wagenheber kostengünstig oder teuer war, ist letzten Endes nicht wichtig. Denn es hat kaum Einfluss darauf, ob Sie mit dem Gerät das tun können, was Sie tun wollen. Achten Sie vor dem Kauf Ihres Wagenhebers also lieber auf Ihren Fahrzeugtypen, auf die Gewichtsklasse, das Einsatzgebiet und weitere Anforderungen. Die Geräte unterscheiden sich in der Bedienbarkeit ebenso wie in Tragkraft und Hubhöhe.

In Sachen Tragkraft reichen normalerweise 2 Tonnen aus, aber es gibt auch Wagenheber, die mehr bewältigen können. Die nächste Frage sollte dem Einsatzgebiet gelten: Benötigen Sie den Wagenheber als Pannenhilfe, sind Sie professioneller Schrauber oder doch eher Hobbyschrauber? Danach muss es um die Hubhöhe gehen. Welche Sie benötigen, steht meist im Fahrzeughandbuch.

Zertifizierte Qualität und Sicherheit sind wichtig

Wie bei anderen technischen Geräten auch gibt es bei Wagenhebern ein paar Siegel, die Ihr Wagenheber auf jeden Fall haben sollte. Sie sollten kein Gerät kaufen, das kein GS-Zeichen hat. Einen guten Hinweis auf die Sicherheit und Bedienbarkeit gibt auch das CE-Zeichen sowie (schon sehr viel aussagekräftiger) das TÜV-Siegel. Wagenheber, die keines der drei Zeichen tragen, sind vermutlich nicht ausreichend sicher für den tatsächlichen Gebrauch.

Die günstigsten Wagenheber von brauchbarer Qualität gibt es ab etwa 10 Euro. Rangierwagenheber sind ab etwa 20 Euro erhältlich. Allerdings sind sie eher für den gelegentlichen als den dauerhaften Gebrauch ausgelegt. Professionelle Schrauber sollten sich einen professionellen Wagenheber zulegen und müssen dann mit etwa 70 Euro oder mehr an Ausgaben rechnen. Diese kostenintensiveren Wagenheber sind besser verarbeitet, die verwendeten Materialien sind stabiler, und die verbauten Hydraulikpumpen sind hochwertiger erstellt. Sie halten ungleich mehr Hebevorgänge aus als die kostengünstigeren Modelle.

Rangierwagenheber sind generell etwas kostenintensiver, ohne dass das sofort Auswirkungen auf die Qualität hat. Sie sind aber auch per se vielseitiger in der Handhabung und im Einsatz, weil sie in der Bedienung sehr viel kräftesparender sind.

Einfachste Ausführung: Der Scherenwagenheber

Der Scherenwagenheber ist bei den meisten Wagen schon ab Werk dabei, er gehört zur Standardausrüstung für den Reifenwechsel. Allerdings wird er nur dann mitgeliefert, wenn ein Ersatzreifen im Wagen ist. Wird stattdessen vom Hersteller ein Notfallkit für Reifen beigelegt, ist der Wagenheber normalerweise nicht im Auto. Diese einfachste Konstruktion von Wagenheber sieht aus wie eine Raute und liegt mit einer der Ecken auf dem Boden auf. Eine Längsachse verbindet die beiden am weitesten auseinander liegenden Ecken der Raute. An dieser Gewindestange ist eine Kurbel angebracht, kleine Kurbelbewegungen, die mit verhältnismäßig wenig Kraft ausgeführt werden können, bewegen das Auto nach oben. Der Scherenwagenheber wird nach dem Kniehebelprinzip bedient. Der Vorteil dieses Wagenhebers liegt in der kompakten Bauweise: Er lässt sich einfach verstauen und ist stets einsatzbereit. Allerdings benötigt das Anheben eines Wagens mit dem Scherenwagenheber einige Zeit, so dass es durchaus anstrengend wird.

Eine Sonderform des Scherenwagenhebers ist der einarmige Storz-Wagenheber. Der funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ist aber nicht als Raute aufgebaut. Da er nur einen Arm hat, steht er nicht so stabil auf dem Boden wie der rautenförmige Scherenwagenheber. Allerdings ist er noch kompakter, und es ist diese Sonderform des Scherenwagenheber, den die meisten Hersteller mit den Ersatzreifen ins Auto packen.

Komfortabelste Variante: Der Rangierwagenheber

Rangierwagenheber arbeiten meist hydraulisch, also mit Öldruck. Unter dem Wagenheber befinden sich vier Rollen, und die machen den Rangierwagenheber zu einem wirklich leicht zu nutzenden Gerät: Zwei der Rollen sind wie bei einem Einkaufswagen frei beweglich. Der Wagenheber verfügt über einen demontierbaren Hebelarm, der hydraulisch angehoben oder abgesenkt wird. Bei den etwas kostenintensiveren Modellen ist der Wagenhebeteller mit einer Gummiauflage versehen. ist das Auto einmal hochgebockt und soll wieder herunter kommen, wird einfach ein Ventil seitlich am Hebearm geöffnet, und der Hebelarm senkt sich langsam und gleichmäßig. Rangierwagenheber bewegen sich beim Heben und Senken leicht zum Auto hin beziehungsweise vom Auto weg. Dadurch kann ein optimaler Stand erreicht werden. Allerdings benötigen Rangierwagenheber einen sehr ebenen Untergrund.

Der Rangierwagenheber ist gegenüber dem Scherenwagenheber extrem komfortabel und kräftesparend. Allerdings kann er nur stationär und nur bei ebenem Untergrund eingesetzt werden. Und er ist mit Kosten zwischen 20 Euro und 300 Euro eine gar nicht so günstige Angelegenheit.

Stärkste Variante: Der Stempelwagenheber

Stempelwagenheber sind wirklich stark: Sie können zwischen 2 Tonnen und 30 Tonnen heben. Das schafft kein anderer Typ von Wagenheber. Sie sind oft hydraulisch betrieben, also mit Öldruck. Allerdings gibt es auch einige professionelle Modelle, die stattdessen pneumatisch arbeiten, also mit Luftdruck. Für normale PKWs werden diese Wagenheber eher nicht eingesetzt. Ihre enorme Tragkraft wird normalerweise für Nutzfahrzeuge und Wohnmobile beansprucht.

Da die meisten Stempelwagenheber eine nur geringe Hubhöhe haben und über Spindelgewinde nur eingeschränkt erweitert werden können, sind sie nicht so praktisch wie die zuvor vorgestellten Modelle. Stempelwagenheber sind oft in professionellen Werkstätten zu finden und werden eher selten privat genutzt. Es gibt durchaus günstige Modelle ab etwa 20 Euro, ein wirklich gutes und professionell nutzbares Gerät kann aber auch gut über 100 Euro kosten.

Wackeligste Variante: Der Ballonwagenheber

Es klingt erst einmal negativ, wenn der Ballonwagenheber als instabilste Variante bezeichnet wird. Das ist aber auch der einzige Nachteil, den dieses Gerät hat. Denn er ist völlig kraftfrei zu bedienen, ist schnell einsatzbereit, klein und kompakt zusammenhaltbar und sehr leicht. Der Wagenheber besteht aus einem Kunststoffsack, der unter den Wagen gelegt wird, und einem Schlauch, der an den Auspuff des Wagens angeschlossen wird. Wird jetzt der Motor gestartet, pumpt das Auto über die Abgase ganz alleine den Ballon auf und hebt sich selbst an. Für Reifenpannen und schnelle Hilfe unterwegs ist das also eine wirklich schlaue Lösung. Allerdings ist der hochgebockte Wagen auf dem Luftkissen sind so stabil wie auf anderen Wagenhebern. Und der Kunststoffsack muss mit Vorsicht behandelt werden, da er leicht verletzt wird und dann die Luft nicht mehr hält. Auf unebenem Grund ist dieser Wagenheber unschlagbar: Er kann problemlos eingesetzt werden. Allerdings sollte der angehobene Wagen immer noch einmal extra abgesichert werden, damit nichts abrutscht und zu Schaden kommt. Ballonwagenheber sind mit einem Startpreis von 50 Euro nicht ganz kostengünstig, stabile Varianten für SUVs und andere größere Fahrzeuge kosten auch gerne mehr als 150 Euro.

Fazit: Jeder Wagenheber hat seine Vor- und Nachteile

Den einen tollen Wagenheber, der uneingeschränkt empfehlenswert ist, gibt es also nicht. Jede Variante hat Pluspunkte, aber auch Mankos. Sie sollten sich vor dem Kauf gut überlegen, wofür genau Sie Ihren Wagenheber einsetzen, wo Sie ihn einsetzen und wie lange Sie ihn benötigen werden. Dann treffen Sie die richtige Wahl. Sie müssen sich auch nicht auf ein Modell beschränken: Eine leichte, kostengünstige Variante für Notfälle unterwegs kann durch einen etwas kostenintensiveren, aber stabileren und robusteren Wagenheber für die heimische Garage ergänzt werden. Dann sind Sie im Pannenfall ebenso gut gerüstet wie für den zweimal jährlich stattfindenden Reifenwechsel und gegebenenfalls sogar für andere Arbeiten unter dem Wagen.