Wagenheber › was man beachten sollte

Wagenheber - Das sollte man beachten

Den Wagenheber warten - © Depositphotos.com/belchonock (Olga Yastremska)

Hilfreiche Tipps für den Wagenheber-Kauf

Ein Wagenheber sollte zur Ausstattung jeder Garage und jedes Fahrzeugs gehören, auch wenn das Mitführen eines Wagenhebers im Fahrzeug gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Besitzen Sie einen solchen nützlichen Helfer, können Sie Reifenwechsel oder kleine Reparaturen am Fahrzeug in Eigenregie ausführen. Die Auswahl an Wagenhebern ist groß. Damit Sie das optimale Modell finden, haben wir die wichtigsten Kriterien zusammengestellt, auf die Sie beim Kauf achten sollten.

Wozu wird ein Wagenheber benötigt?

Sollen die Räder eines Fahrzeugs wegen einer Reifenpanne oder wegen des turnusmäßigen Wechsels zwischen Sommer- und Winterbereifung demontiert beziehungsweise montiert werden, muss das Fahrzeug mit Hilfe eines Wagenhebers angehoben werden. Ein Wagenheber leistet ebenfalls nützliche Dienste, wenn am Unterboden des Autos etwas auszubessern ist oder eine Inspektion erforderlich wird.

Wagenheber werden vor allen Dingen von privaten Fahrzeughaltern und im Bereich des Motorsports verwendet. In gewerblichen Autowerkstätten arbeiten die Profis in der Regel mit aufwendigen Hebebühnen. Im Laufe der Zeit entwickelten Techniker eine ganze Reihe von Hebezeugen, die sich beim Anheben von Fahrzeugen bewähren.

Tragkraft und Hubhöhe – wichtige Kennwerte bei der Auswahl des optimalen Wagenhebers

Die verschiedenen Wagenheber, die im Fachhandel angeboten werden, unterscheiden sich nicht nur durch das Funktionsprinzip, sondern auch durch Traglast und Hubhöhe. Auf diese beiden Kennwerte müssen Sie beim Kauf eines Wagenhebers unbedingt achten, wenn Sie beim Einsatz keine bösen Überraschungen erleben wollen. Außerdem würden Sie Ihre Sicherheit gefährden, wenn Sie einen Wagenheber mit zu geringer Tragkraft verwenden. Das Gewicht Ihres Fahrzeugs ist in den Fahrzeugpapieren angegeben.

Für jeden Einsatzbereich den passenden Wagenheber

Wollen Sie unterwegs für den Fall einer Reifenpanne gerüstet sein, benötigen Sie einen Wagenheber, der wenig Stauraum benötigt und ein möglichst geringes Gewicht hat. Darum haben die meisten Fahrzeughalter für den Notfall einen Scherenwagenheber an Bord.

Suchen Sie einen Wagenheber für Reparatur- und Wartungsarbeiten in der Garage oder Werkstatt, spielen Größe und Gewicht eine untergeordnete Rolle. Für den stationären Einsatz sind Wagenheber empfehlenswert, die keine Muskelkraft erfordern und sich komfortabel handhaben lassen. Für den Gebrauch in der Werkstatt stehen mehrere Wagenheber-Typen zur Auswahl, deren Vor- und Nachteile hier im Folgenden kurz zusammengefasst sind.

Überblick über die wichtigsten Wagenheber-Typen

Wagenheber nutzen unterschiedliche physikalische Gesetzmäßigkeiten. Vom verwendeten Funktionsprinzip hängt es zum Beispiel ab, wie viel Kraft Sie aufwenden müssen, um das Fahrzeug anzuheben.

Scherenwagenheber

Scherenwagenheber sind sehr weit verbreitet, da sie von einigen Fahrzeugherstellern beim Neukauf als Notfall-Set mitgeliefert werden. Dieser Wagenheber-Typ ist an der rautenförmigen Gestalt zu erkennen. Durch die längere der beiden Rauten-Achsen ist eine Gewindestange geführt, die mit Hilfe einer Kurbel angetrieben wird. Durch das Drehen an der Gewindestange verändert sich die Geometrie der Raute und der Wagen wird langsam angehoben. Dieses Hebewerkzeug nutzt das Prinzip des Kniehebels aus. Beim Kurbeln muss zwar ein langer Weg zurückgelegt wegen, doch wegen des Hebelgesetzes ist es möglich, einen PKW allein mit Muskelkraft anzuheben.

Pro:

  • Kompakte Bauweise, lässt sich platzsparend verstauen
  • Geringes Gewicht
  • Kostengünstig
  • Eignet sich auch für tiefergelegte Fahrzeuge

Contra:

  • Relativ geringe Tragkraft
  • Eignet sich nur für Klein- und Mittelklasse-PKW

Fazit:

Scherenwagenheber eignen sich für Fahrzeuge mit einem Gewicht bis zu 1,5 t. Scherenwagenheber-Modelle werden mit Hubhöhen von 9 – 36 cm angeboten. Wegen ihrer kompakten Bauweise und einfachen Handhabung sind Scherenwagenheber die perfekten Notfallhelfer bei einer Reifenpanne.

Rangierwagenheber

Dieser komfortable Wagenheber ist ideal für den Einsatz in der Garage oder in der Werkstatt. Weil die meisten Rangierwagenheber mit einer Hydraulik ausgestattet sind, erfordert das Anheben des Fahrzeugs keinerlei Kraftanstrengung. Ein zusätzlicher Vorteil dieses Wagenheber-Typs besteht darin, dass sie mit vier Rollen ausgestattet sind. Zwei dieser Rollen sind beweglich, sodass Sie mit einem solchen Wagenheber präzise rangieren können. Die Handhabung ist einfach. Wird mit dem Hebel die Hydraulikpumpe betätigt, hebt sich der Arm mit dem Auflageteller und das Fahrzeug wird nach oben bewegt. Um den Wagen wieder abzusenken, wird ein Ventil an der Hydraulikpumpe betätigt.

Pro:

  • Komfortabel zu handhaben
  • Ermöglicht das Manövrieren am Fahrzeugs

Contra:

  • Wegen der Größe und des hohen Gewichts ausschließlich für den stationären Einsatz geeignet
  • Erfordert festen Untergrund

Fazit:

Rangierwagenheber werden mit Traglasten von 2 – 4 t angeboten. Die Hubhöhe beträgt 8 cm – 80 cm. Die Handhabung ist unkompliziert und erfordert keine Kraftanstrengung. Weil Rangierwagenheber sehr sperrig und schwer sind, eignen sie sich nicht für den mobilen Einsatz. In Werkstätten mit festem, ebenem Boden können Sie mit einem Rangierwagenheber sehr geschickt manövrieren.

Stempelwagenheber

Sollen schwergewichtige Fahrzeuge angehoben werden, kommen Stempelwagenheber zum Einsatz. Bei diesem Wagenheber-Typ können Sie zwischen pneumatischen und hydraulischem Antrieb wählen. Professionelle Anwender entscheiden sich meist für pneumatische Stempelwagenheber. Für die private Nutzung sind hydraulische Stempelwagenheber in den meisten Fällen ausreichend. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist bei hydraulischen Stempelwagenhebern sehr günstig.

Pro:

  • Leistungsfähigster Wagenheber-Typ
  • Für schwere Nutzfahrzeuge, SUVs und Wohnmobile geeignet

Contra:

  • Geringe Hubhöhe

Luftkissenwagenheber

Dieser Wagenheber-Typ wird auch als Ballonwagenheber bezeichnet. Der Wagenheber besteht aus einem robusten Kunststoffsack, der mit einem Schlauch verbunden ist. Das Funktions-Prinzip des Luftkissenwagenhebers ist simpel: Der Sack wird unter dem Fahrzeug ausgebreitet. Das freie Schlauchende wird am Auspuff des Fahrzeugs befestigt. Der Motor wird gestartet und die Abgase blasen den Kunststoff Sack auf. Der dicker werdende Sack hebt das Fahrzeug an.

Pro:

  • Anheben des Fahrzeugs erfordert keine Kraftanstrengung
  • Karosserie und Lack werden nicht beschädigt
  • Kann auch auf unebenem Untergrund eingesetzt werden
  • Geringes Gewicht

Contra:

  • Es bestaeht das Risiko, dass spitze Steine oder scharfe Kanten den Kunststoffsack beschädigen
  • Fahrzeug muss zusätzlich abgesichert werden

Fazit:

Luftkissen- oder Ballon-Wagenheber werden gern für den Notfall angeschafft, weil die Handhabung sehr einfach ist und keine Kraft erfordert. Ballon-Wagenheber lassen sich nicht nur bei Reifenpannen einsetzen, sondern können auch bei Problemen auf sandigem oder morastigem Untergrund hilfreich sein. Diese Wagenheber eignen sich für Fahrzeuge mit einem Gewicht von maximal 3 t. Die Hubhöhe beträgt bis zu 60 cm. Der Anwender muss jedoch sehr umsichtig vorgehen, damit der aufgeblasene Sack nicht beschädigt wird. Um kein Risiko bei der Reparatur einzugehen, muss der Wagen zusätzlich abgesichert werden.

Sicherheit hat oberste Priorität

Ganz gleich für welchen Wagenheber-Typ oder für welches Modell Sie sich entscheiden: Beim Umgang mit Wagenhebern ist in jedem Falle äußerste Aufmerksamkeit erforderlich. Ansonsten könnte es passieren, dass Menschen verletzt werden oder das Fahrzeug beschädigt wird.