Was ist ein Wagenheber

Was ist ein Wagenheber - © Depositphotos.com/ipletharathorn (Tharathorn Sooknam)

Der Wagenheber – Werkzeug und Pannenhelfer

Mit einem Wagenheber können Hebevorgänge bei einem Fahrzeug durchgeführt werden. Mit dem Gerät wird die Zugänglichkeit unter das Fahrzeug erreicht, um Reparaturen oder Wartungen durchzuführen. Eine der häufigsten Anwendungen findet ein Wagenheber bei Fahrzeugen, an denen ein Radwechsel durchgeführt werden muss.

Wer benötigt einen Wagenheber?

Wagenheber kommen sowohl im privaten Bereich als auch in Werkstätten zum Einsatz. Nahezu jeder PKW ist vom Werk mit einem Wagenheber ausgestattet. Damit ist gewährleistet, dass eine Reifenpanne sofort behoben werden kann. Doch nicht nur PKWs, sondern auch größere Fahrzeuge wie Transporter oder LKWs verfügen meist über einen Wagenheber. Da es sich bei den Fahrzeugen um verschiedene Gewichtsklassen handelt (ein PKW verfügt über weniger Gewicht als ein LKW), werden verschiedene Modelle für die jeweiligen Anforderungen produziert. Einfache Wagenheber gibt es bereits ab 10 Euro im Handel. Hochwertige Modelle wie ein Hydraulik-Wagenheber liegen preislich bei 70 Euro und mehr.

Wagenheber für den Privatgebrauch

Am häufigsten kommt ein Wagenheber im privaten Bereich beim Reifenwechsel zum Einsatz. Wenn eine Reifenpanne die Weiterfahrt verhindert, kann das Auto damit hochgehoben und der Reifen schnell gewechselt werden. Auch zu Hause, wenn die Witterungsverhältnisse den Wechsel von Winter- zu Sommerreifen oder umgekehrt erfordern, lässt sich diese Arbeit mit einem Wagenheber unkompliziert ausführen. Außerdem können Wagenheber dazu verwendet werden, das Fahrzeug anzuheben, um einen Blick darunter zu werfen. Für Hobbybastler ist ein Wagenheber eine Alternative zur professionellen Werkstattausrüstung oder einer Grube, die in Werkstätten dieses Gerät ersetzen.

Wagenheber im professionellen Bereich

In Werkstätten, etwa für den Motorsport wie beispielsweise der Formel 1, kommen ebenfalls Wagenheber zum Einsatz, die einen unkomplizierten Reifenwechsel ermöglichen. Sie unterliegen allerdings anderen Anforderungen und müssen hohen Ansprüchen gerecht werden.

Wagenheber-Typen und deren Einsatzbereich

Aufgrund der verschiedenen Modelle gibt es an dieser Stelle einen Überblick der Wagenheber, die derzeit auf dem Markt zu finden sind. Sie unterscheiden sich in der Bauweise und in den Anschaffungskosten.

Scherenwagenheber – die einfache Variante:

Ein günstiges Modell ist der Scherenwagenheber, der für 10 bis 70 Euro erhältlich ist. Dieses Modell befindet sich beim Kauf eines Kleinwagens meist on Board. Die Form gleicht einer Raute. Eine der vier Seiten liegt auf dem Boden auf. Zwei Längsseiten sind mit einer Gewindestange verbunden. An dieser Stange ist eine Kurbel angebracht. Wird die Kurbel manuell bewegt, hebt oder senkt sich das Fahrzeug. Der Wagenheber funktioniert nach dem sogenannten Kniehebelprinzip. Aufgrund einer geringen Wegübersetzung kommt es zu einer größeren Kraftübertragung, sodass eine manuelle Funktionsweise gegeben ist. Der Nachteil liegt darin, dass die manuelle Kurbelarbeit über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden muss, sodass es für den Nutzer anstrengend werden kann. Der Vorteil des Scherenwagenhebers ist, dass er durch seine kompakte Bauweise schnell einsetzbar ist. Als Pannenhelfer für Personenkraftwagen ist dieses Modell ideal geeignet.

Rangierwagenheber – für Bastler und Profis:

Der Rangierwagenheber funktioniert mittels Öldruck, also hydraulisch. Dieses Modell ist um einiges größer und schwerer als ein Scherenwagenheber und somit nicht für unterwegs geeignet. An der Unterseite des Wagenhebers befinden sich vier Rollen. Wie bei einem Einkaufswagen lassen sich zwei davon flexibel bewegen. Somit ist der Rangierwagenheber optimal manövrierfähig. Um das Fahrzeug anzuheben, ist ein Hebelarm montiert, der eine integrierte Hydraulikpumpe betätigt. Auf diese Weise lässt sich das Fahrzeug einfach und unkompliziert anheben. Um das Fahrzeug abzulassen, befindet sich am Hebelarm ein Ventil, das dafür sorgt, dass sich der Hebarm wieder senkt. Der Nachteil dieses Modells ist der ortsgebundene Einsatzbereich. Darüber hinaus muss ein fester Boden für das Rangieren vorhanden sein. Der Vorteil liegt darin, dass auch schwere Fahrzeuge bis zu 4 Tonnen gehoben werden können.

Stempelwagenheber – klein und stark:

Ein Stempelwagenheber funktioniert hydraulisch oder pneumatisch und kann je nach Ausführung bis zu 30 Tonnen anheben. Diese Modelle kommen bei Nutzfahrzeugen (LKWs, Transporter, Wohnmobile, SUVs etc.) zum Einsatz. Die Hubhöhe beträgt maximal 470 mm, sodass oft noch weiteres Zubehör erforderlich ist, um die gewünschte Höhe zu erlangen. Für SUVs, Wohnmobile sowie Nutzfahrzeuge ist dieser Wagenheber optimal geeignet. Allerdings ist bei der Verwendung äußerste Vorsicht hinsichtlich der Stelle geboten, an der das Gerät am Fahrzeug angesetzt werden kann. Stempelwagenheber sind bereits ab 20 Euro erhältlich. Profimodelle kosten bis zu 100 Euro.

Luftkissenwagenheber:

Bei einem Luftkissenwagenheber handelt es sich um einen Ballon, der unter dem Fahrzeug aufgefüllt wird. Als Material kommt ein reißfester Kunststoff zum Einsatz. Aus ihm geht ein Schlauch hervor, der auf den Auspuff gesteckt wird. Die Luft, die aus dem Auspuff tritt, füllt das Kissen und hebt das Fahrzeug an. Der Vorteil liegt darin, dass keinerlei Kraftanstrengung oder manuelle Arbeit erforderlich ist, um das Fahrzeug anzuheben. Allerdings kann es aufgrund des Materials schneller zu Beschädigungen kommen. Luftkissenwagenheber sind ab etwa 50 Euro erhältlich. Für schwere Modelle wie SUVs können Anschaffungskosten bis zu 150 Euro anfallen.

Wie werden Wagenheber verwendet?

Wird ein Wagenheber, ganz gleich welcher Variante, falsch am Fahrzeug angesetzt, kann dies zu schweren Schäden am Fahrzeug oder bei Personen führen. Aus diesem Grund ist eine korrekte Nutzung von großer Bedeutung. Primär sollte eine ebene Fläche aufgesucht werden. Schotterwege, unebene Straßen oder Stellen in der Nähe von Schlaglöchern sind ungeeignete Plätze, um ein Fahrzeug mittels Wagenheber anzuheben. Es könnte sein, dass der Wagenheber kippt oder das Fahrzeug vom Wagenheber rutscht.

Um den Wagenheber an einem Fahrzeug richtig anzusetzen, sind die Anweisungen des Herstellers zu beachten. Jedes Fahrzeug verfügt über ein Handbuch, worin sich klare Anweisungen zum Wagenheber befinden. Wird das Fahrzeug an einer ungeeigneten Stelle aufgebockt, kann es sein, dass das Material nachgibt und der Wagenheber keine exakte Standfestigkeit aufweist. Außerdem ist genau darauf zu achten, dass der Wagenheber das Gewicht des Fahrzeugs heben kann. Hinweise hierfür befinden sich im Fahrzeugschein unter dem Absatz Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Der Wagenheber muss in der Lage sein, das Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu heben.

Ist der Wagenheber richtig angesetzt, müssen die am Boden verweilenden Räder gesichert werden. Zu diesem Zweck eignen sich Keile, Holzklötze oder größere Steine. Erst jetzt kann das Fahrzeug sicher angehoben, die Panne beseitigt oder die Reparatur durchgeführt werden.