Winterreifen richtig säubern und einlagern

Winterreifen einlagern? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Spätestens, wenn die Sommerreifen aufgezogen sind, wird es Zeit sich über die fachgerechte Einlagerung der Winterreifen Gedanken zu machen. Wer die Reifen achtlos in die Ecke der Garage stellt, erlebt im Herbst möglicherweise eine unangenehme Überraschung. Was Sie tun können, damit die wertvollen Pneus den heißen Sommer schadlos überstehen, erfahren Sie hier.

1. Schritt: Kennzeichnung der Räder

Winterreifen richtig säubern und einlagern
Winterreifen richtig säubern und einlagern – Bild: © Depositphotos.com/aoo8449 (khunkorn laowisit)
Bevor Sie mit der Demontage der Winterreifen beginnen, werden die Räder gekennzeichnet. Eine Kreideaufschrift verrät Ihnen später, ob das betreffende Rad vorne rechts (VR), hinten links (HL), und so fort …, positioniert war. So vermeiden Sie im Herbst Fehler bei der Montage, denn die Reifen haben eine Laufrichtung, die beim Montieren zu beachten ist. Die Kreideaufschrift verschwindet bei der ersten Fahrt.

2. Schritt: Gründliche Inspektion der Winterreifen

Solange die Räder am Fahrzeug sind, ist es für den Fahrzeughalter kaum möglich, Felge und Winterreifen gründlich zu kontrollieren. Nach dem turnusgemäßen Wechsel im Frühjahr sollten Sie die günstige Gelegenheit nutzen und die Räder genau unter die Lupe nehmen.

Alarmstufe Rot ist angesagt, wenn Sie bei der Kontrolle Beulen oder Verformungen an den Seitenflächen der Reifen entdecken. Solche Verformungen deuten darauf hin, dass die Karkasse beschädigt ist. Als Karkasse wird das tragende Textil- beziehungsweise Drahtgeflecht im Reifen bezeichnet. Ist die Karkasse nicht mehr einwandfrei, müssen Sie den Reifen im Interesse Ihrer Sicherheit ausmustern.

Abgefahrene Reifen müssen Sie ebenfalls entsorgen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass das Reifenprofil mindestens eine Tiefe von 1,6 mm haben muss. Der ADAC empfiehlt seinen Mitgliedern für Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 mm. So kommen Sie auch bei Schnee und Matsch sicher durch den Winter.

Stellen Sie gravierende Mängel bereits im Frühjahr fest, haben Sie genügend Zeit, um sich rechtzeitig um neue Winterreifen zu kümmern. Am besten ist es, wenn Sie einen kompletten Reifensatz anschaffen. Ansonsten sollten Sie ein Paar neuer Reifen besorgen, denn die Reifen auf einer Achse müssen immer identisch sein. Die besseren Reifen kommen im Oktober auf die Hinterachse. Das wirkt sich positiv auf das Fahrverhalten und die Stabilität in Kurven aus.

Fremdkörper entfernen

Die Profiltiefe ist noch ausreichend und Sie haben keine Mängel entdeckt? Dann werden die Laufflächen der Reifen inspiziert. Kleine Steinchen oder Fremdkörper könnten sich in den Rillen verklemmt haben. Mit einem Schraubendreher lassen sich die störenden Teile leicht entfernen. Die Eindringlinge einfach zu ignorieren, wäre die falsche Reaktion. Beim Fahren wirken die spitzen Steinchen permanent auf das Gummi ein und beschädigen es.

Sind die Felgen noch einwandfrei?

Das ist die nächste Frage, die vor dem Einlagern zu beantworten ist. Problematisch sind lediglich Dellen, wie sie zum Beispiel beim unsachgemäßen auf Bordsteinkanten oder vergleichbare Hindernisse entstehen können. Flugrost auf Stahlfelgen ist kein Problem. Entdecken Sie auf Alufelgen Kratzer, können Sie diese vor dem Einlagern mit Klarlack versiegeln.

3. Schritt: Reinigen der Reifen und Felgen

Während der kalten Jahreszeit werden Reifen besonders stark beansprucht. Nicht nur Nässe und Frost machen dem Gummi zu schaffen, sondern auch Salze und Laugen, die der Winterdienst auf den Straßen und Autobahnen ausbringt. Im Interesse der Sicherheit, ist der Einsatz dieser Mittel erforderlich. Die Umwelt und auch die Fahrzeuge werden jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Damit die aggressiven Stoffe ihr zerstörerisches Werk nicht während der Sommerpause fortsetzen können, werden die Räder vor dem Einlagern zunächst gründlich gereinigt.

Das lässt sich am effektivsten mit einem Hochdruckreiniger erledigen. Um das Gummi der Reifen nicht zu schädigen, sollte der scharfe Wasserstrahl nicht direkt auf die Reifenflächen gerichtet werden. Sitzt auf Stahlfelgen leichter Flugrost, lässt sich dieser mit einer Bürste oder einem stabilen Schwamm mühelos abputzen. Ist die dünne Schicht beseitigt, können Sie den Felgenzustand beurteilen. Sollte der Rost bereits tiefere Löcher im Stahl hinterlassen haben, ist fachmännischer Rat gefragt, ob die Felge noch weiter zum Einsatz kommen darf.

Luftdruck kontrollieren

Während der Lagerung verliert der Reifen Luft. Damit Sie bei den kühleren Temperaturen im Oktober mit den frisch montierten Winterreifen problemlos bis zur Tankstelle kommen, sollten die Reifen mit etwas erhöhtem Luftdruck eingelagert werden. 0,2 – 0,5 bar Überdruck zur Herstellerangabe sind ausreichend.

3. Schritt: Einlagern

Bevor Sie die Räder einlagern, müssen sie restlos trocken sein. Das gilt insbesondere, wenn Sie die Reifen einzeln in geeignete Folienbeutel stecken, um Sie vor Verschmutzung zu schützen. Eine solche Hülle verursacht zusätzlichen Aufwand und birgt ein gewisses Risiko. Besser ist es, wenn Sie die Reifen in eine sauberen Raum einlagern und leicht abdecken.

Optimale Lagerbedingungen

Ansonsten sollte der Lagerraum möglichst dunkel, trocken und kühl sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist unbedingt zu vermeiden, da UV-Strahlung das Gummi schädigt. Schädlich sind ebenfalls Dämpfe von Lösungsmitteln und Schmierstoffen.

Stehende oder liegende Lagerung?

Am besten lassen sich Reifen einlagern, die auf der Felge sitzen. Optimal ist ein Felgenbaum, an dem der Radsatz liegend oder hängend befestigt wird. Alternativ können Sie die vier Räder auf einer Palette übereinanderstapeln und abdecken. Reifen ohne Felgen werden stehend gelagert und sollen von Zeit zu Zeit etwas gedreht werden, um ein Verziehen zu verhindern.

Fazit

Wer bei der Lagerung der wertvollen Winterreifen etwas Sorgfalt walten lässt, erspart sich Ärger und unnötige Kosten. Die Vorbereitung kostet nur wenig Mühe, die sich auszahlt. Steht nicht genügend Platz zur Verfügung, können Sie die Winterreifen auch in einem Fachbetrieb einlagern lassen.

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