Radwechsel › Reifenwechsel leicht gemacht

Motorrad
Reifenwechsel am Motorrad
17. August 2014
Reifenwechsel

Reifenwechsel - Bild: © Depositphotos.com/Yarygin (Iarygin Andrii)

Wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt und der Herbst bzw. Winter naht, ist es wieder an der Zeit für einen Wechsel der Reifen am Auto. Die Sommerreifen werden nicht länger benötigt und sollten durch die Winterreifen ersetzt werden.
Doch dies gilt nicht nur für Sie, sondern auch für alle anderen Auto-Besitzer. Dadurch herrscht erwartungsgemäß in den Autowerkstätten Hochbetrieb und es kann sein, dass es mehrere Tage dauert, bis die Räder gewechselt sind.

Zum Reifenwechsel haben wir auch eine Infografik erstellt, diese zeigt auf die Schnelle wie Sie ganz einfach die Räder an ihrem Fahrzeug wechseln

Infografik Radwechsel

Infografik Radwechsel

Zur Infografik >>

Und zusätzlich zur Infografik finden Sie hier ein PDF, dass den Reifenwechsel Schritt für Schritt erklärt:

Reifenwechsel PDF

Reifenwechsel PDF – Bild: © Depositphotos.com/Arcady
(Arkadi Bojaršinov)

PDF ansehen >>

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass hier Radwechsel (Wikipedia) und Reifenwechsel äquivalent benutzt werden, auch wenn dies genau genommen zwei verschiedene Prozesse sind. Reifenwechsel bezeichnet eigentlich das Aufziehen neuer Reifen auf eine Felge. Umgangssprachlich wird es jedoch (fälschlicher Weise) auch für Radwechsel benutzt. Der Einfachheit halber machen wir das an dieser Stelle auch.

Vorzüge eines Wagenhebers

Wesentlich einfacher und kostensparender wäre die Anschaffung eines eigenen Wagenhebers. Mit diesem können Sie dann selber Hand anlegen und den Radwechsel vollziehen. Dazu benötigen Sie nur ein wenig technisches Geschicklichkeit und einen guten Wagenheber.
Oft eignen sich die Wagenheber, welche in einem PKW von Werk aus vorhanden sind, nur sehr bedingt. Die meisten haben keine große Auflagefläche, wodurch das Arbeiten immer mit gewissen Gefahren verbunden ist.

In vielen Fällen ist es sinnvoller sich für diese jährliche Prozedur einen anständigen Wagenheber zu kaufen. Die Verarbeitung ist in vielen Fällen wesentlich besser. So lässt sich beim Reifenwechsel der PKW einfach aufbocken.
Doch vor der Anschaffung eines Wagenhebers stellt sich die Fragestellung, welches Modell der Ideale ist. Oftmals wählen die Käufer einen Rangierwagenheber. Dieser lässt sich einfach unter das Fahrzeug schieben und dann anheben.
Der entscheidende Pluspunkt bei diesen Ausführungen ist, dass sie eine besonders große Auflagefläche besitzen und so ein sicheres Arbeiten am aufgebockten Fahrzeug ermöglichen.

Nach dem Reifenwechsel können Sie ganz einfach den Druck aus dem Wagenheber absenken und ihren Pkw wieder heruntersetzen. Diese Verfahrensweise wiederholen Sie, bis Sie sämtliche Räder gewechselt haben.

Mit ein wenig technischem Geschick können Sie so auf Dauer allerhand Zeit und Geld sparen. Der Anschaffungspreis eines guten Wagenhebers liegt zwischen 50 und 200€. Bei den aktuell immer weiter steigenden Servicepreisen und etwas eigenem Geschick ist es also recht einfach die Kosten für das eigene Auto auf lange Sicht zu senken.

So wechseln Sie Ihre Reifen richtig

Hinweis: Folgende Anleitung ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt worden. Dennoch kann keine Garantie oder Haftung für eventuell auftretende Schäden übernommen werden!

Teil 1: Die Vorbereitung

Das brauchen Sie:

Um die Radmuttern lösen zu können einen Drehmomentschlüssel * oder ein Radkreuz, Radmutternschlüssel *. Letzteres gehört oft zur Grundausstattung eines Nutzfahrzeuges. Der Vorteil eines Drehmomentschlüssels ist, dass Sie die Radmuttern immer mit genau der richtigen Kraft anziehen. Weiterhin ist es sinnvoll eine Drahtbürste sowie etwas Kupferpaste und einen Lappen parat zu legen.
Weiteres Zubehör finden Sie hier: Zubehör für Wagenheber

Das sollten Sie beachten:

Ihr Auto sollte auf einem ebenen und festen Untergrund abgestellt sein bevor Sie loslegen. So stellen Sie sicher, dass das Anheben mit dem Wagenheber problemlos funktioniert.

Tipp: Meistens bietet die Einfahrt vor der Garage diese Möglichkeit, oder eben die Straße vor dem Haus, solange diese nicht stark befahren ist. Ist die Garage geräumig genug ist auch hier ein Reifenwechsel oft Problemlos möglich.

Nicht vergessen: Sichern Sie Ihr Auto gegen Wegrollen. Dies geschieht ganz einfach durch das Anziehen der Handbremse und einlegen des ersten Ganges.

Wenn Sie mögen können Sie zusätzlich noch Unterlegkeile nutzen.

Teil 2: Rann an den Speck

Sind alle oben genannten Schritte abgeschlossen? Gut dann geht es nämlich jetzt endlich los.

  • Sind Radkappen vorhanden ziehen Sie diese zunächst einfach ab. Diese sind nur „festgeklippt“. Anschließend sehen Sie die freiliegende Felge mit samt den Radmuttern.
  • Am besten gehen Sie beim Reifenwechsel reihum. Wo Sie beginnen ist egal. Beim ersten Rad lockern Sie nun mit dem Radkreuz oder Drehmomentschüssel die Muttern.

Achtung: Nur lockern nicht schon komplett abschrauben!

  • Dadurch, dass Ihr Auto noch nicht angehoben worden ist kann sich das Rad beim Lockern der Radmuttern nicht drehen. Dies erleichtert die Arbeit und schont die Radnarbe.
  • Im nächsten Schritt suchen Sie die Stelle an der Karosserie, welche für das Ansetzen eines Wagenhebers vorgesehen ist. Oft ist diese Stelle durch ein kleines eingeprägtes Dreieck (oder ähnliches Symbol) an der Unterseite der Karosserie gekennzeichnet. Sie können diese Stelle nicht finden? Zur Not hilft das Handbuch des jeweiligen Fahrzeugs weiter.
  • Setzten Sie nun den Wagenheber an. Achten Sie darauf Schläuche und Kabel die eventuell an der Unterseite Ihres PKW verlegt sind nicht einzuklemmen, bzw. zu beschädigen. Nun kurbeln oder pumpen Sie den Wagenheber zunächst so hoch, dass er das Auto berührt und ersten Druck ausübt. Prüfen Sie nun nochmals den Wagenheber auf korrekten Stand und Ansatz am Fahrzeug.

Achtung: Sitzt der Wagenheber schief oder hebt er den Wagen an einer empfindlichen Stelle an, korrigieren Sie dies.Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie Ihr Auto beschädigen oder der Wagenheber wegrutscht was verheerende Folgen haben kann.

  • Ist soweit alles in Ordnung kurbeln oder pumpen Sie Ihr Auto nun mit dem Wagenheber so hoch, dass das zu wechselnde Rad keine Bodenberührung mehr hat. Ein paar Millimeter sind hier ausreichend.
  • Nun können Sie die bereits gelockerten Radmuttern eine nach der anderen komplett entfernen. Anschließend können Sie das Rad nach vorne von der Narbe herunterheben. Bevor Sie das neue Rad aufsetzen sollten Sie die Radnarbe sowie die Gewinde der Muttern mit der Drahtbürste reinigen. So lassen sich Schmutz und Rost effektiv beseitigen.

Achtung: Einige Räder sind Laufrichtungsbezogen, dies erkennen Sie an der Beschriftung welche auf dem Rad angebracht worden ist. Diese Räder müssen so montiert werden, dass die Laufrichtung in Fahrtrichtung zeigt.

  • Eine Sache woran sich die Geister scheiden ist das Einfetten der ersten Windungen der Radmuttern. Nutzen Sie dazu am besten NUR Kupferpaste! Die einen schwören darauf die anderen lehnen es strick ab. Wichtig ist vor allem: der Konus darf NIEMALS eingefettet werden!!! Ansonsten löst sich die Radmutter während der Fahrt. Meist ist im Handbuch des Fahrzeuges beschrieben, ob die Gewinde eingefettet werden sollen oder nicht. Wenn Sie die ersten Windungen einfetten, dann aber nur sehr sparsam.

Achtung: Hier besondere Vorsicht walten lassen, sich selbst lösende Radmuttern können sonst die Folge sein!

  • Um das neue Rad zu befestigen ziehen Sie nun nach und nach die Radmuttern wieder an. Wie schon beim Lösen noch nicht komplett anziehen, festsitzen sollten die Muttern dennoch.
  • Senken Sie nun Ihr Fahrzeug wieder ab. Jetzt können Sie die Radmuttern des ausgewechselten Rades komplett festdrehen. Am besten geht das mit einem Drehmomentschlüssel *
  • Jetzt können Sie eventuell vorhandenen Radkappen wieder aufsetzen, achten Sie dabei auf den Füllstutzen für die Luft im Reifen. Dieser sollte nicht geknickt werden und hat in einer Radkappe oft eine Ausfräsung, sodass diese nur eine passende Position hat.
  • Ein Rad währe gewechselt! Wiederholen Sie diesen Vorgang bei den anderen drei verbeleibenden Rädern.
  • Es empfiehlt sich den Reifenfülldruck zu überprüfen, da die Reifen eine Zeit lang gelagert wurden und an Druck verlieren können. Dies können Sie an einer Tankstelle erledigen.
  • Bevor Sie die abgenommenen Reifen einlagern, ist es ratsam kleine Steinchen die im Profil festsitzen zu entfernen und den Reifen auf eventuelle Beschädigungen hin zu überprüfen. Zum Entfernen der Steinchen empfiehlt sich ein kleiner Schraubenzieher, bitte achten Sie jedoch darauf den Reifen nicht zu beschädigen! Sollten Sie die Felgen reinigen wollen empfiehlt sich ein Hochdruckreiniger. Mehr dazu finden Sie hier: hochdruckreiniger24.com

Schlusswort:Fahren Sie die ersten Kilometer nach dem Reifenwechsel vorsichtig und achten Sie auf Unstimmigkeiten im Fahrverhalten ihres Autos. Nach ca. 50km sollten Sie die Reifen auf korrekten Sitz hin kontrollieren und prüfen ob sich die Radmuttern gelöst haben. Diese sollten nochmals nachgezogen werden.

Viel Erfolg und Gute Fahrt!

* Letzte Aktualisierung am 22.06.2017 um 22:26 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API