Was tun bei einer Reifenpanne?

Reifenpanne? So sind Sie bald wieder mobil!

Ein Reifenpanne ist ein lästiges Ereignis. Meist ist es jedoch die Hilflosigkeit der Betroffenen, welche die Panne schlimmer erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Hier finden Sie im kompakten Überblick alles Wichtige, was rund um die Reifenpanne zu beachten ist.

1. Panne: Sicherheitsvorkehrungen als erster Schritt!

Reifenpanne was tun?
Reifenpanne was tun? – Bild: © Depositphotos.com/Ivanko1980 (Ivanko Brnjakovic)
Ihre Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer ist das Allerwichtigste, was es bei einer Reifenpanne zunächst zu bedenken gibt. Wichtig, dass das Fahrzeug unbedingt von der Fahrbahn bewegt werden muss. Dabei sollten Sie jedoch nicht abrupt bremsen, sondern Ihr Fahrzeug wenn möglich ausrollen lassen. Idealerweise schaffen Sie es, sogar den Fahrbahnrand zu verlassen und, zum Beispiel auf der Autobahn, noch zur nächsten Ausfahrt, einer Pannenbucht oder einem Parkplatz zu kommen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, müssen Sie zu Warndreieck und Warnweste greifen. Die Pannenstelle muss von Ihnen unverzüglich sorgfältig gesichert werden.

Dies geschieht durch das klassische Warndreieck, dessen Mitführung im Fahrzeug für Sie Pflicht ist. Der Abstand zwischen Auto und Dreieck ist dabei entscheidend. Innerorts sollen es 50 Meter sein, außerhalb von Ortschaften 100 Meter und auf der Autobahn mindestens 150, im Idealfall 400 Meter. Wichtig: Die Warndreieck-Regel gilt in jedem Fall. Auch bei besten Sichtverhältnissen müssen Sie das Dreieck aufstellen, um Ihr liegengebliebenes Fahrzeug zu sichern. Ansonsten drohen ein Bußgeldverfahren und unter Umständen auch Schwierigkeiten mit der Versicherung.

Nehmen Sie die Absicherung der Reifenpanne unbedingt ernst, auch wenn Sie es eilig haben und die Stelle gefahrlos erscheint. Ein ungebremstes Auffahren auf ein liegengebliebenes Auto kann dazu führen, dass einer der Insassen des Wagens eine mangelnde Absicherung mit dem Leben bezahlt!

2. Ersatzrad und Wagenheber: Diese Vor- und Nachteile gibt es.

Nicht alle modernen Fahrzeuge haben noch ein Ersatzrad an Bord. Wenn dies jedoch der Fall sein sollte, genügt ein einfacher Radwechsel, um Sie zumindest vorübergehend wieder mobil zu machen. Das Hantieren mit Ersatzrad und Wagenheber kann mit Vor- und Nachteilen verbunden sein. Dies hängt unter anderem davon ab, wie fit Sie in Sachen Reifenwechsel sind. Wer sich auskennt, profitiert von dieser Vorrichtung an Bord, wer es noch nie gemacht hat, ist mit der Stresssituation der Reifenpanne vor Ort möglicherweise überfordert. Zudem sind die nötigen Utensilien bei einem kleinen Fahrzeug auch oft mit zu großem Platzbedürfnis verbunden.

Ein gekonnter Reifenwechsel, den Sie im Übrigen bei vielen Anbietern lernen und üben können, geht rasch über die Bühne. Sie machen Ihr Fahrzug mittels Handbremse standsicher, nehmen die Radabdeckung ab und lockern die Schrauben für etwa eine halbe Umdrehung. Anschließend heben Sie Ihr Fahrzeug mit dem Wagenheber nur soweit an, dass sich die Räder drehen. Nun schrauben Sie die Muttern komplett ab und wechseln das Rad. Sie drehen die Muttern per Hand fest, lassen das Fahrzeug zu Boden und festigen die Mutter mit dem Radkreuz.

3. Reifennotset zur Befüllung des Reifens: Das müssen Sie wissen!

Mit einem Reifennotset können Sie Ihr Fahrzeug selbst wieder in Gang setzen, indem Sie den Reifen provisorisch flicken. Zwei Möglichkeiten stehe Ihnen in diesem Zusammenhang zur Verfügung. Der Vorteil: Diese Lösungen sind auch für den Laien zu realisieren, da sie kaum handwerkliches Geschick erfordern. Und: Mit beiden Lösungen bringen Sie Ihr Fahrzeug an einen sicheren Ort.

Ein kleines Loch, zum Beispiel durch einen Nagel, reparieren Sie mit einem Reifendichtmittel: Sie ziehen den Nagel aus dem Reifen, kitten die Stelle mit dem Spray und füllen den Reifen mit einem kleinen Kompressor wieder auf. Eine Alternative ist ein Dichtmittel, dass Sie über das Ventil in den Reifen geben. Es verschließt das Loch im Reifen von innen. Hier ist es gut, wenn Sie das Rad mit dem Wagenheber anheben und drehen, damit sich das Mittel gleichmäßig verteilt und auch die richtige Stelle erreicht.

Der Nachteil dieser Reifenreparatursets: Sie funktionieren nur dann, wenn das Loch im Reifen nicht allzu groß ist. Außerdem ist eine professionelle Reifenreparatur, wie sie von manchen Fachbetrieben angeboten wird, dann nicht mehr möglich. Außerdem ist die Fahrzeit im Gegensatz zum Ersatzrad natürlich begrenzt.

4. Fahren mit einem provisorischen Reifen: wichtige Regeln im Blick

Mit einem Ersatzrad, Notrad oder einem provisorisch geflickten Reifen dürfen Sie nicht so weit fahren, wie Sie möchten, auch wenn es verlockend erscheint, nach Hause oder zum anstehenden Termin zu fahren. Die Hersteller von Noträdern sprechen ausdrücklich von einer Begrenzung der Fahrt auf 50 km. Dies reicht, um das Auto in Sicherheit zu bringen. Bitte bedenken Sie, dass ein Notrad wirklich nur zur Überbrückung eingesetzt werden soll. Je nach Modell dürfen Sie zwischen 60 und 80 km/h fahren. Auch das Dichtmittel für die provisorische Reparatur ist nur auf maximale Geschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt.

Wichtig: Fahren Sie nicht gleich zu Beginn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, sondern tasten Sie sich allmählich an dieses Tempo heran. Der Grund: Ein Fahrzeug mit einem Ersatzrad oder einem geflickten Reifen reagiert in der Regel anders, als Sie es gewohnt sind. Daher sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie es erst einmal ein wenig langsamer angehen lassen. Sollte sich auf den ersten Kilometern eine Tankstelle befinden, ist es sinnvoll, dort den Reifendruck zu kontrollieren oder auch nachzuschauen, ob die Muttern des Rades wirklich fest angezogen sind. Sollten Sie kein Ersatz-, sondern nur ein Notrad verwenden, fahren Sie unbedingt gleich in die Werkstatt.

5. Reifenpannen im Vorfeld vermeiden

Am besten ist es natürlich, wenn Sie eine Reifenpanne gleich im Vorfeld vermeiden. Das geht natürlich nicht immer. Einen Nagel auf der Straße können Sie mit bloßem Auge nicht sehen. Aber Sie können dennoch eine Menge dafür tun, dass ein Reifen heil bleibt. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie Kollisionen mit Bordsteinkanten meiden. Auch Glassplitter oder ähnliche Dinge auf der Fahrbahn sind großräumig zu umfahren (um anschließend im Idealfall diese Sicherheitsrisiken beheben zu lassen).

Der Zustand der Reifen ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium für die Wahrscheinlichkeit einer Reifenpanne. Das Profil muss im Hinblick auf die Verkehrssicherheit einwandfrei sein. Dies ist auch wegen Bußgeldtatbeständen unverzichtbar. Zudem ist auch der Reifendruck ein Faktor, der eine Panne begünstigen kann. Das alles zeigt: Je sorgsamer Sie auf den Reifenzustand achten, umso mehr verringern Sie das Risiko einer Reifenpanne. Das gilt übrigens auch für die Felge: wenn diese einen Defekt hat und das Rad aus diesem Grund nicht flüssig läuft, kann auch dies zu einer Reifenpanne führen. Scharfe Bremsmanöver belasten die Reifen ebenfalls. Vermeiden können Sie dies durch eine umsichtige Fahrweise, die an den Verkehr und das Wetter angepasst ist. Im Idealfall führen diese Vorkehrungen dazu, dass Sie sich mit dem Thema Reifenpanne nie näher auseinandersetzen müssen.

Fünf Punkte sind es, die diesen Überblick zur praktischen Anleitung rund um die Reifenpanne machen. Wichtig ist zuallererst die Sicherheit. Anschließend wählen Sie die Methode, mit der Sie Ihr Fahrzeug zumindest vorübergehend wieder fit für die Fahrt zur nächsten Werkstatt oder einen sicheren Standort machen. Wichtig: Sorgen Sie dafür, dass immer alles Werkzeug für die Reifenreparatur beziehugsweise den Reifenwechsel an Bord ist. Besonders für die Reise oder die Fahrt zu einem Geschäftstermin ist das wichtig und trägt auch zu Ihrer Beruhigung beim Fahren bei!

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